Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) – wer braucht schon so etwas?

Gesunde Menschen sind leistungsfähiger und motivierter. Dies gilt sowohl im Unternehmen als auch privat. Doch: Wer ist für die Gesundheit der Mitarbeitenden im Unternehmen eigentlich verantwortlich? 

In der Schweiz gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Je nach Grösse und Unternehmenszweck sehen diese anders aus. Firmen mit einer höheren Zahl an Mitarbeitenden oder bedeutenden Gefahrenherden haben höhere Anforderungen zu erfüllen. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) geht jedoch über diese Anforderungen hinaus.

Kultur und Führungsgrundsätze zum Beispiel haben einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und die Motivation von Menschen in Unternehmen. Eine Investition in das Schaffen von gesundheitsfördernden Massnahmen zahlt sich aus. Es ist erwiesen, dass der Einsatz und das Engagement der Mitarbeitenden für ihr Unternehmen steigt, wenn die Rahmenbedingungen attraktiv sind. Dazu gehören auch Freiheiten und Mitbestimmung, die eine gute Life-Domain-Balance ermöglichen. Traditionelle Patrons wissen oft schon lange um die Wichtigkeit von Wertschätzung und echtem Interesse für Ihre Workforce. Sie werden oft mit hoher Mitarbeitenden-Bindung und überdurchschnittlicher Einsatzfreude belohnt. Denn nicht nur Google und Co. haben etwas zu bieten. 

Die Komponente Mensch ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Deshalb gehört das Betriebliche Gesundheitsmanagement in der Unternehmensstrategie verankert, ist Teil der Vision, der Mission und des Leitbildes. Denn nur eine gesunde und motivierte Crew bringt dauerhaft herausragende Leistungen. Dabei kann das  BGM auch sehr individuell gestaltet werden. Und ist zudem ein weiterer Trumpf im Employer Branding.

Der Wunsch nach Kontrolle und Messbarkeit bei der Umsetzung von gesundheitsfördernden Massnahmen seitens Unternehmensführung ist verständlich und berechtigt. Die Gesundheitsförderung Schweiz als nationale Organisation hat Kriterien zur strategischen Umsetzung von BGM formuliert. Zahlreiche Unternehmen orientieren sich bereits daran. Sechs Kriterien gehören dazu:

 1: Betriebliches Gesundheitsmanagement und Unternehmenspolitik

2: Aspekte des Personalwesens und der Arbeitsorganisation

3: Planung von betrieblichem Gesundheitsmanagment

4: Soziale Verantwortung

5: Umsetzung von betrieblichem Gesundheitsmanagement

6: Gesamtevaluation von betrieblichem Gesundheitsmanagement

So sollen die Effizienz und die Effektivität von BGM-Massnahmen auch in Sinne eines Kennzahlen-Cockpits erfasst und gemessen werden können. Je nach Grösse der Unternehmung kann sich ein BGM-Konzept jedoch stark unterscheiden.

Für einen ersten Start finden Sie hier eine kurze Checkliste. So erfahren Sie, wo Ihr Unternehmen in Bezug auf BGM aktuell steht.

Die beste BGM-Lösung. Eine Studie der Hochschule Luzern mit dem Titel "Betriebliches Gesundheitsmanagement ist Chefsache?!" kommt zu einem eigentlich nicht erstaunlichen Fazit. Die Studie zeigt, dass es DIE beste BGM-Lösung nicht gibt, sondern dass gesundheitsbezogene Handlungsweisen stark vom betrieblichen Kontext und den spezifischen Handlungsorientierungen der Befragten abhängig sind. "In diesem Sinn ist Gesundheit in jedem Fall auch, aber nicht ausschliesslich Chefsache," ist weiter zu lesen. Für die Praxis heisst dies, dass es nicht, wie häufig gefordert, lediglich um die „Sensibilisierung“ der sogenannten „Chefetage“ gehen kann, sondern dass betriebsbezogene Handlungsspielräume erkannt und auf ihre Potentiale überprüft werden. Sowohl ein top-down als auch ein bottom-up Ansatz kann zum Ziel führen. 

Eine Verankerung des BGM in der Unternehmensstrategie gibt der Gesundheit der Workforce die nötige Priorität. Ob diese nun je nach Unternehmen sehr komplex oder nach einfachen Richtlinien durchgeführt wird, ist weniger relevant, als dass die geplanten Massnahmen zum Unternehmen und seiner Philosophie passen und diese regelmässig überprüft und angepasst werden.

 

 

 Spass bei der Arbeit erhöht die Einsatzfreude...

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