Unfreundliche Emails im Job - braucht es einen Verhaltenskodex?

Photo by grinvalds/iStock / Getty Images
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Im Gegensatz zur persönlichen Kommunikation geben Emails keine deutlichen Hinweise auf die beabsichtigte soziale Botschaft des Senders. Oft steigt dadurch der Stresspegel des Empfängers unnötig und langfristig an.

Stimmausdruck und Körpergesten können eindeutiger in einen Kontext eingeordnet werden, denn sie sind wichtige Elemente der menschlichen Kommunikation. Fehlen diese, wird der Raum für Interpretationen und Missverständnisse grösser.

Besonders stressend empfinden Menschen am Arbeitsplatz unhöfliche, negative oder unüberlegt versandte Nachrichten. Eine Studie der University of Illinois konnte sogar aufzeigen, dass sich diese Belastung, welche im Job entstanden ist, auch auf das familiäre Umfeld negativ auswirken kann. Genaueres dazu lesen Sie hier.

Doch wie soll diesem Phänomen begegnet werden? Frau Y. Park, Professorin für Arbeits- und Anstellungsverhältnisse, sagt dazu Folgendes: "Wir wissen, dass Emails sehr zeitsparend sind, jedoch resultiert daraus oft ungesundes Verhalten". Sie schlägt vor: "Wenn Emails unsere hautsächliche Kommunikationsmethode ist, dann sollte es zumindest einen Verhaltenskodex in den Unternehmen geben". Regeln und Vorgaben also, an die sich die Belegschaft inklusive Chef zu halten hat und welche die Kultur mitprägen. Auch Vorgesetzte, welche ihren Mitarbeitenden Rückendeckung geben im Umgang mit harschen Emails von Kunden, wirken entlastend.

Das Timing kann ebenso wichtig sein. Fühlt man sich durch eine Nachricht besonders getroffen und ist verärgert oder gereizt, sollte man sich eine "Abkühlzeit" nehmen. Bestenfalls antwortet man erst am nächsten Tag, wenn der Rauch schon etwas verflogen ist. Bei erneutem Durchlesen stellt man fest, dass die Nachricht Raum für Interpretationen lässt und man nicht immer gesichert weiss, wie die Botschaft gemeint ist.

Unser Tipp: Nehmen Sie ruhig mal das Telefon zur Hand und klären Sie die Sache direkt. Das spart oft Zeit und Nerven!

Auch in hektischen Zeiten einen kühlen Kopf (und ein ruhiges Herz) zu behalten, ist nicht immer einfach. Längerfristig lohnt sich dies aus gesundheitlicher Sicht jedoch schon. Es existieren zahlreiche Entschleunigungstechniken dazu. Wir empfehlen die Herzkohärenzübung von HeartMath (gibt es auch als App  s. Bio-Feedback) oder andere Atemtechniken. Da der Herzschlag mit der Atemfrequenz gekoppelt ist und dieser wiederum Einfluss auf unser Nervensystem nimmt, können wir anschliessend gelassener reagieren.